Großer Andrang beim Diep­holzer Gänsesonntag

Tradition rund um die Diep­holzer Gans lebendig gehalten

Trotz grauer Wolken und kühler Tempe­ra­turen zog es am Sonntag wieder zahl­reiche Besu­che­rinnen und Besucher in die Innen­stadt: Der tradi­tio­nelle Gänse­sonntag lockte mit geöff­neten Geschäften, regio­nalen Spezia­li­täten und vielen Aktionen rund um die berühmte Diep­holzer Gans. Veran­staltet wurde das beliebte Stadtfest wie jedes Jahr von der Förder­ge­mein­schaft Leben­diges Diepholz.

Im Mittel­punkt stand erneut die Diep­holzer Moorgans, eine Rasse, die einst in den Moor- und Niede­rungs­ge­bieten rund um Diepholz zu Tausenden behei­matet war. Wegen ihrer Anspruchs­lo­sig­keit, guten Weide­fä­hig­keit und hervor­ra­genden Fleisch­qua­lität galt sie lange als unver­zichtbar in der regio­nalen Land­wirt­schaft. Doch trotz dieser Vorzüge war sie zeitweise vom Aussterben bedroht.

Heute gilt die Diep­holzer Gans offiziell als bedrohte Nutz­tier­rasse, deren Erhalt durch enga­gierte Züch­te­rinnen und Züchter gesichert werden soll. Die Land­wirt­schafts­kammer Nieder­sachsen fördert inzwi­schen die Eintra­gung in das soge­nannte Herdbuch, was sowohl zur Zucht­zu­las­sung als auch für Förder­mittel attraktiv geworden ist.

Ein Höhepunkt des Festes war die große Gänse­ver­lo­sung: 60 geschlach­tete Diep­holzer Gänse wurden verlost – das Losglück entschied, wer am Ende einen Fest­tags­braten mit nach Hause nehmen durfte. Für alle anderen gab es Trost­preise wie Wein, Süßig­keiten oder gar einen Sack Kartoffeln.

Neben der tradi­tio­nellen Gans erfreuten sich auch die Imbiss­stände großer Beliebt­heit – von Bratwurst über Pommes bis zur klas­si­schen „Mant­a­platte“. Viel­leicht, so scherzte ein Besucher, verdiene ja auch diese irgend­wann den Rang einer echten Diep­holzer Tradition. So zeigte sich: Der Gänse­sonntag ist mehr als nur ein verkaufs­of­fener Sonntag – er ist ein leben­diges Stück Heimat­ge­schichte, das nicht nur den Erhalt der regio­nalen Gans, sondern auch den Gemein­schafts­sinn in Diepholz feiert.

Fotos.: Thomas Müller-Risse / Text.: Hari Januschke