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Musi­ka­li­sche Rätsel­reise und fern­öst­liche Schat­ten­kunst im Phonos-Büro

HANNOVER – Während viele das verlän­gerte Wochen­ende zur Entspan­nung nutzten, lud Dr. „Euro­vi­sion“ Irving Wolther am Samstag, den 2. Mai, zu einer ganz beson­deren Matinée in sein Phonos-Büro ein. Unter dem Titel „Ich höre was, was du nicht siehst“ erlebten die Gäste einen Vormittag voller Inter­ak­tion, exoti­scher Klänge und einer Prise TV-Glanz.

Bereits am Eingang in der List zog ein beson­deres Exponat die Blicke auf sich: Im Schau­fenster thronte die „Leuchte des Nordens“. Die begehrte Trophäe der „NDR-Quizshow“ hatte der ESC-Experte Dr. Irving Wolther erst wenige Tage zuvor im Fernsehen gewonnen und präsen­tierte sie nun stolz seinem Publikum.

Geheim­nis­volle Gäste hinter der Wand

Im Veran­stal­tungs­raum „Edgar“ startete die neue Ausgabe des inter­ak­tiven Formats „Ich höre was, was du nicht siehst“ mit einem span­nenden Ratespiel. Die Teil­nehmer mussten die Identität von Gästen erraten, die sich in einem Hinter­raum verborgen hielten. Die Kommu­ni­ka­tion erfolgte dabei rein nonverbal: Auf Fragen der Teil­nehmer antwor­teten die Unbe­kannten ausschließ­lich mit Instru­men­ten­klängen für „Ja“ oder „Nein“. Mit geschulten Ohren gelang es der Runde schließ­lich, das Geheimnis zu lüften: Ein Künst­ler­paar aus Asien trat hervor.

Bei den Gästen handelte es sich um die Musik­eth­no­login Dr. Pei-Shan Wu und den Musiker Kuang-Tze Yang. Beide stammen aus Taiwan und forschen bzw. arbeiten unter anderem am Center for World Music in Hildes­heim. Dr. Pei-Shan Wu gilt als Expertin für tradi­tio­nelles taiwa­ne­si­sches Schat­ten­theater und die damit verbun­dene „Pak-Kóan-Musik“.

Dr. Pei-Shan Wu ist promo­vierte Musik­eth­no­login und Expertin für die Vermitt­lung globaler Musik. In ihren Forschungen (u.a. an der Univer­sität Hildes­heim) beschäf­tigt sie sich intensiv mit der kultu­rellen Identität Taiwans und der Bewahrung des tradi­tio­nellen Schat­ten­thea­ters. Kuang-Tze Yang begleitet diese Projekte oft musi­ka­lisch und ist ebenfalls im wissen­schaft­lich-künst­le­ri­schen Kontext der Weltmusik aktiv. Gemeinsam bringen sie die Tradition der taiwa­ne­si­schen Erzähl­kunst nach Deutschland.

Wenn Mäuse im Schatten tanzen

Das Duo präsen­tierte filigrane, kunstvoll gefer­tigte Figuren, die für das tradi­tio­nelle Schat­ten­theater verwendet werden und in ihrer Form an Mäuse erin­nerten. Begleitet wurde die Vorfüh­rung von authen­ti­schen Klängen aus ihrer Heimat Taiwan. Das Paar betonte, dass Auftritte in Schat­ten­thea­tern für sie nicht nur Hobby, sondern „tägliches, künst­le­ri­sches Brot“ und Teil ihrer wissen­schaft­li­chen wie kreativen Identität seien.

Nach der Vorfüh­rung wurde es gesellig: Bei einem gemein­samen Frühstück mit Lecke­reien aus aller Welt konnten sich die Teil­nehmer stärken, bevor das taiwa­ne­si­sche Paar zur nächsten Heraus­for­de­rung bat. In einem Gehör-Expe­ri­ment erzeugten sie mit ihren Instru­menten abstrakte Geräusche. Die Teil­nehmer notierten ihre indi­vi­du­ellen Eindrücke – aus der Summe dieser unter­schied­li­chen Wahr­neh­mungen entwi­ckelte sich am Ende über­ra­schend eine kleine, gemein­same melo­di­sche Zeile.

Ausblick: Wien ruft

Ein lehr­rei­cher Vormittag endete für viele viel zu früh. Doch Nachschub ist in Sicht: Die Reihe „Ich höre was, was du nicht siehst“ wird am 23. Mai fort­ge­setzt. Für Dr. Irving Wolther steht jedoch zunächst ein anderer Pflicht­termin an: Er reist nach Wien, um vor Ort beim 70. Euro­vi­sion Song Contest (ESC) 2026 dabei zu sein und über das größte Musik­e­vent der Welt zu berichten.

Fotos & Text.: Hari Januschke