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"Elek­tro­ni­scher Bier­garten" – die LAK kann auch Party

Sicher rätseln Sie jetzt ein wenig. "Elek­tro­ni­scher Bier­garten", und wenn Sie nicht aus Hannover kommen, rätseln Sie erst recht. Nein, es ist kein Begriff, der durch die Corona-Pandemie entstanden ist, als wir uns alle nur virtuell treffen konnten. Diese zwei Wörter haben auch zwei Bedeu­tungen; insbe­son­dere "Elek­tro­nisch". Das bezieht sich auf den Musikstil, mit dem die DJs das entspan­nende und feiernde Publikum unter­halten. Wer hinter dem Kultur­zen­trum Faust in Hannover-Mitte, fast neben der Leine mit einem kühlen Getränk in der freien Natur Kräfte auftankt, wird mit den wummernden Techno- und Dance­f­loor zusätz­lich in Schwung gehalten.

Genau hier in Gretchens Bier­garten fand am vergna­genen Freitag eine Party statt – wohltätig und wohltuend. Die Landes­ar­muts­kon­fe­renz Nieder­sachsen war der Gastgeber für eine unge­wöhn­liche Veran­stal­tung. Ziel war es, ange­sichts der gestern statt­ge­fun­denen Wahlen zum Euro­pa­par­la­ment die Wahl­ver­dros­sen­heit insbe­son­dere bei jüngeren und neuen Wählen entgegen zu treten. Zusätz­lich galt es für LAK-Geschäfts­führer Fabian Steenken, genau dieses Publikum für das Thema Armut und Wohnungs­lo­sig­keit zu sensi­bli­sieren. Und sich überlegt in Richtung Wahlurne zu begeben und sich sinnvoll einzumischen.

Diese Idee ist eine sehr gute; denn gerade eine Party ist ja die Chance, zu feiern, ohne dass Unter­schiede unter den Feiernden gemacht wird. Sei es wegen der Herkunft, wegen der Hautfarbe, der Religion – und schon gar nicht der wirt­schaft­liche Status eines jeden Einzelnen. Fabian Steenken übernahm damit einen Job, den sich viele eher von verant­wort­li­chen Poli­ti­kern wünschen. Eine kleine Pause der DJs nutzte Steenken dazu, in einer Rede darauf hinzu­weisen, dass gerade die poli­ti­schen (rechten) Ränder genau die gravie­renden Probleme eher verschlim­mern statt sie zu beheben. Es war außerdem eine Möglich­keit, den jungen Menschen zu verdeut­li­chen, wie schnell und wie nah jeder einzelne in unserer Gesell­schaft in eine solche Situation geraten kann.

Und dennoch wurde gefeiert. Große Probleme in unserem Land und eine große Party – passt das zusammen? Der elek­tro­ni­sche Bier­garten hat es eindeutig bewiesen, wie es geht. Das Fest bekam dadurch bei allen anwe­senden einen blei­benden Eindruck der beson­deren Art. Vor allem hat es die Feier auch persön­li­cher gemacht, und um manche Schwie­rig­keiten zu lösen, hilft es den betrof­fenen auch, wenn man sich dabei gut gelaunt austauscht. Und ehrlich gesagt, sieht die ganze Welt nicht genauso aus? Und das Leben?

Kleine Bilder­ga­lerie vom Elek­tro­ni­schen Biergarten