Großer Andrang bei ESC-Preview-Show im St. Clemens Haus – Estland Favorit des Abends
Der Eurovision Song Contest 2025 wirft seine Schatten voraus – und das nicht nur in Basel, wo am 17. Mai das große Finale stattfinden wird, sondern auch in Hannover. Am Abend des 25. April lud das St. Clemens Haus zur offiziellen Preview-Show ein – mit großem Erfolg: Zahlreiche ESC-Fans aus der Region kamen zusammen, um alle 37 Wettbewerbsbeiträge dieses Jahres kennenzulernen, gemeinsam zu diskutieren und ihre Favoriten zu wählen.
Präsentiert wurde der Abend vom renommierten ESC-Experten Dr. Irving Wolther, der nicht nur alle Beiträge mit informativem Hintergrundwissen vorstellte, sondern das Publikum auch mit spannenden Anekdoten und Fun Facts aus der ESC-Geschichte unterhielt. Seine humorvolle, aber kenntnisreiche Art brachte selbst Kenner des Wettbewerbs zum Staunen – etwa bei Rückblicken auf vergangene Skandale, Kuriositäten und musikalische Highlights. Neben der Musik war auch für das leibliche Wohl gesorgt: Ein kleines Buffet mit Fingerfood, Knabbereien und Getränken lud zum Verweilen und Austauschen ein. Jeder Besucher erhielt einen Stimmzettel, mit dem die persönlichen Top-10 gewählt werden konnten. Zusätzlich bewertete eine fünfköpfige Jury die Beiträge, wodurch ein kombiniertes Endergebnis entstand.
Estland überzeugt auf ganzer Linie
Den Sieg des Abends holte sich Estland mit dem extravaganten Beitrag „Espresso Macchiato“ von Tommy Cash. Der schrille, künstlerisch anspruchsvolle Song wurde vom Publikum und der Jury gleichermaßen gefeiert – ein Mix aus Performancekunst, Sozialkritik und Elektro-Rap, wie man ihn so bisher selten auf der ESC-Bühne gesehen hat. Auf dem zweiten Platz landete Schweden mit dem humorvollen und charmanten Titel „Bara Bada Bastu“ der Formation KAJ – ein augenzwinkerndes Lied über das schwedische Sauna-Lebensgefühl, das durch Wortwitz und landestypisches Flair bestach. Bronze sicherten sich die Niederlande mit dem Beitrag „C’est la vie“ von Claude – ein französischsprachiger Popsong mit starker Melodie und jugendlicher Ausstrahlung, der besonders durch seine Leichtigkeit überzeugte.
Auch Deutschland schnitt beachtlich ab: Das Duo Abor & Tynna belegte mit „Baller“ den fünften Platz in der Gesamtwertung. Der moderne, deutschsprachige Elektropop-Titel hatte bereits im Vorfeld für Aufsehen gesorgt, unter anderem wegen seiner auffälligen Optik und dem umstrittenen Einsatz von Auto-Tune. Eine Disqualifikation stand jedoch nie zur Debatte – der NDR bestätigte, dass alle ESC-Regularien eingehalten wurden.
ESC 2025 in Basel: Ein historischer Moment für die Schweiz
Der diesjährige Eurovision Song Contest findet am 10. Mai 2025 in der St. Jakobshalle in Basel statt – es ist der erste ESC auf Schweizer Boden seit 1989. Gastgeber ist die SRG SSR, die zusammen mit der EBU (European Broadcasting Union) ein Event der Superlative verspricht. Schon das Motto „Dare to Dream Again“ unterstreicht den Neuanfang nach einigen Jahren voller Unsicherheiten und gibt Raum für kreative Vielfalt. Die Schweiz hatte sich den Sieg 2024 in Malmö mit dem Beitrag „The Code“ von Nemo gesichert – ein triumphaler Erfolg, der nicht nur musikalisch, sondern auch gesellschaftspolitisch ein starkes Zeichen setzte. Mit Basel als Austragungsort kehrt der ESC nun ins Herz Europas zurück.
Ein Abend voller Musik und Mitgefühl
Die Veranstaltung im St. Clemens Haus war nicht nur musikalisch ein voller Erfolg. Obwohl der Eintritt frei war, wurden Spenden erbeten – diese dienen einem wohltätigen Zweck: Mit dem Erlös soll weiterhin ein wöchentliches Frühstücksangebot für obdachlose Menschen im Stadtteil finanziert werden. Ein schöner Beweis dafür, dass der ESC mehr ist als nur eine Show – nämlich ein Ort der Begegnung, der Gemeinschaft und der Solidarität.
Text & Fotos.: Hari Januschke

