Deutsche Stiftung Grube Samson Titel

Kunstrad der Grube Samson zurück in St. Andreasberg

Bestand­teil der voll funk­ti­ons­fä­higen Fahrkunst

Dank zahl­rei­cher Spenden sowie der Erträge der Lotterie Glücks­Spi­rale stellte die DEUTSCHE STIFTUNG DENKMALSCHUTZ (DSD) für die Erneue­rung der Gussteile des Kunstrads der Grube Samson in St. Andre­as­berg 30.000 Euro zur Verfügung. Nun kehrt das 12 Meter hohe Kunstrad an seinen ange­stammten Platz zurück. Die feier­liche Übergabe fand statt am Dienstag, den 5. September 2023. Die denk­mal­ge­schützte tech­ni­sche Anlage gehört seit dem vergan­genen Jahr zu den über 490 Objekten, die die private DSD dank Spenden, der Erträge ihrer Treu­hand­stif­tungen sowie der Mittel der Glücks­Spi­rale, der Renten­lot­terie von Lotto, bisher allein in Nieder­sachsen fördern konnte.

Das Silber­berg­werk Samson in St. Andre­as­berg im nieder­säch­si­schen Teil des Harzes westlich von Braunlage zählt seit 2010 zum Welt­kul­tur­erbe der UNESCO. Die bergige Gegend prägen unter Tage der Bergbau und über Tage Land- und Forst­wirt­schaft. Die Grube Samson war von 1521 bis 1910 in Betrieb und verfügte zu ihrer Betriebs­zeit mit mehr als 800 Metern über einen der tiefsten Schächte der Welt. Um die enormen Distanzen kräf­te­spa­rend und schnell zu über­winden, wurde eine Fahrkunst erdacht. Den wasser­ge­trie­benen Perso­nen­aufzug konnte ein Bergmann allein benutzen, indem er sich auf die umlau­fenden Tritt­bretter stellte. Die erhaltene Schacht­halle mit Schacht­ge­rüst entstand 1818/1819 mit den benach­barten Bauten, in denen ein Pochwerk und eine Erzwäsche unter­ge­bracht waren. Nach 1892 nutzte man die bisherige Anlage als Wohnhaus und Werkstatt. 1942 bestand akute Einsturz­ge­fahr. Seit der Instand­set­zung 1951 nutzt das Bergwerk- und Heimat­mu­seum die Bauten.

Zum Objekt:

Die voll funk­ti­ons­fä­hige Fahrkunst ist eine pater­nos­ter­ar­tige Perso­nen­be­för­de­rungs­ein­rich­tung, die 1837 in den Schacht der Grube Samson eingebaut wurde und heute 190 Meter lang ist. Sie ist die letzte, an ihrem ange­stammten Platz in Betrieb befind­liche Fahrkunst der Welt und die einzige Draht­seil­fahr­kunst der Welt. Das 1867 gewech­selte Drahtseil zählt zu den ältesten seiner Art. Bis zur Umrüstung auf elek­tri­schen Betrieb 1922 wurde die Fahrkunst über ein Wasserrad – ein Kunstrad mit 12 Metern Durch­messer – mit dem Wasser des Oder­teichs ange­trieben, das über den Rehberger Graben zur Grube Samson lief. In diesem Zusam­men­hang erhielt sie das erhaltene eiserne Gerüst zur Umsetzung des Hubes. Die Förder­ma­schine stammt aus der gleichen Zeit. Das über dem Schacht in der Schacht­halle befind­liche, vor Witte­rungs­ein­flüssen geschützte hölzerne Förder­ge­rüst wurde im Zusam­men­hang mit dem Umbau des Schacht­ge­bäudes im Jahr 1818 errichtet und ist das älteste in situ erhaltene Förder­ge­rüst im deutschen Bergbau.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz:

Die DEUTSCHE STIFTUNG DENKMALSCHUTZ ist die größte private Initia­tive für Denk­mal­pflege in Deutsch­land. Sie setzt sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unab­hängig für den Erhalt bedrohter Baudenk­male ein. Ihr ganz­heit­li­cher Ansatz ist einzig­artig und reicht von der Notfall-Rettung gefähr­deter Denkmale, pädago­gi­schen Schul- und Jugend­pro­grammen bis hin zur bundes­weiten Aktion „TAG DES OFFENEN DENKMALS®“. Rund 600 Projekte fördert die Stiftung jährlich, vor allem dank der aktiven Mithilfe und Spenden von über 200.000 Förderern. Insgesamt konnte die DEUTSCHE STIFTUNG DENKMALSCHUTZ bereits über 6.000 Denkmale mit mehr als einer halben Milliarde Euro in ganz Deutsch­land unter­stützen. Doch immer noch sind zahl­reiche einzig­ar­tige Baudenk­male in Deutsch­land akut bedroht.
Wir bauen auf Kultur – machen Sie mit!

Mehr Wissens­wertes über die DEUTSCHE STIFTUNG DENKMALSCHUTZ gibt es auf www.denkmalschutz.de

Bericht: Pres­se­stelle der DEUTSCHEN STIFTUNG DENKMALSCHUTZ / StefanK (Frei­stätter Online Zeitung)

Bilder: siehe Bildunterschriften