PM mit Koalitions-Forderungen März 2025

Koali­ti­ons­ver­trag 2025: Ein Vorschlag
der BAG Wohnungslosenhilfe

Die Bundes­ar­beits­ge­mein­schaft Wohnungs­lo­sen­hilfe (BAG W) hätte noch einen wichtigen Hinweis für die Verhand­lungen zum Koali­ti­ons­ver­trag 2025 unserer neuen Bundes­re­gie­rung von CDU und SPD:

PM mit Koalitions-Forderungen März 2025
PM mit Koali­tions-Forde­rungen März 2025

Wir veröf­fent­li­chen dazu die Pres­se­mit­tei­lung der BAG W:


PRESSEMITTEILUNG (Berlin, 18.03.2025)

Für den Koali­ti­ons­ver­trag gilt:
Die Veran­ke­rung des Ziels, Wohnungs­lo­sig­keit bis 2030 zu überwinden!

Die Bundes­ar­beits­ge­mein­schaft Wohnungs­lo­sen­hilfe (BAG W) appel­liert an CDU/CSU und SPD, die Über­win­dung von Wohnungs­lo­sig­keit als ein prio­ri­täres Ziel im Koali­ti­ons­ver­trag zu verankern.

Es ist eine der zentralsten Aufgabe des Staates, für bezahl­baren Wohnraum für die Bevöl­ke­rung zu sorgen. Wohnen darf nicht zu einem Luxusgut werden. Die Bereit­stel­lung von bedarfs­ge­rechtem Wohnraum muss schnell umgesetzt werden, um die sozialen Notlagen zu verrin­gern und zu vermeiden. Die Kosten für die Untä­tig­keit sowie unwirk­same Maßnahmen können wir uns nicht leisten“,
mahnt Susanne Hahmann, Vorsit­zende der BAG W.

Zahl der wohnungs­losen Menschen steigt – es braucht eine Trendumkehr

Die Zahl der wohnungs­losen Menschen ist in Deutsch­land in den letzten Jahren drastisch auf mindes­tens 531.600 gestiegen. Dabei sind Menschen, denen Wohnungs­lo­sig­keit aufgrund von Zwangs­räu­mungen und Räumungs­klagen unmit­telbar droht, nicht einge­rechnet. Eine Trend­um­kehr ist dringend erfor­der­lich, jedoch findet sich im aktuellen Sondie­rungs­pa­pier kein Wort zur Über­win­dung von Wohnungs­lo­sig­keit. „Das ist nicht hinnehmbar! Die neue Bundes­re­gie­rung muss dieses Thema in den Koali­ti­ons­ver­trag aufnehmen und entschie­dene, schnelle recht­liche Schritte ergreifen und ausrei­chend finan­zi­ellen Mittel zur Verhin­de­rung und Über­win­dung von Wohnungsnot zur Verfügung stellen“, fordert Sabine Bösing.

Einrich­tungen und Dienste der Wohnungs­not­fall­hilfe als soziale Infra­struktur in Gefahr – Bund muss handeln

Trotz der alar­mie­renden Entwick­lungen werden aktuell in vielen Kommunen zentrale Hilfe­an­ge­bote gestri­chen, da sie als „frei­wil­lige Leis­tungen“ gelten. Dies ist fatal: Wer an dieser Stelle spart, „zahlt“ später umso mehr – sei es durch steigende Sozi­al­aus­gaben oder durch gesell­schaft­liche Folge­kosten. Die Bundes­re­gie­rung muss sicher­stellen, dass die soziale Infra­struktur im Sonder­ver­mögen für Infra­struktur berück­sich­tigt wird.

Natio­nalen Akti­ons­plan gegen Wohnungs­lo­sig­keit fortführen

Deutsch­land hat sich mit der Unter­zeich­nung der Lissabon-Erklärung und dem Natio­nalen Akti­ons­plan gegen Wohnungs­lo­sig­keit zum Ziel der Über­win­dung von Wohnungs­lo­sig­keit bis 2030 bekannt. „Wir fordern CDU/CSU und SPD auf, den Natio­nalen Akti­ons­plan gegen Wohnungs­lo­sig­keit fort­zu­führen und die erfor­der­li­chen Maßnahmen mit einem ausrei­chenden Budget zu hinter­legen", so Sabine Bösing.

Soziale Mieten­po­litik, die wirksam vor Wohnungs­lo­sig­keit schützt

Im Sondie­rungs­pa­pier heißt es: „Die Miet­preis­bremse wollen wir zunächst für zwei Jahre verlän­gern.“ Das ist ein richtiger Schritt, reicht aber nicht aus. Es braucht eine umfas­sen­dere soziale Mietenpolitik:

  • Miet­preis­bremse ohne Ausnahmen für Kurz­zeit­ver­mie­tungen und möblierte Wohnungen verlängern.
  • Gesetz­liche Klar­stel­lung, dass Schon­frist­zah­lungen auch ordent­liche Kündi­gungen verhindern.
  • Zwangs­räu­mungen in die Wohnungs­lo­sig­keit ohne zumut­baren Ersatz­wohn­raum gesetz­lich ausschließen.
  • Bundes­för­der­pro­gramm zur Präven­tion von Wohnungsverlusten
  • Bauof­fen­sive für bezahl­baren Wohnraum mit Belegrechten

Bürger­geld / Neue Grund­si­che­rung:
Keine Sank­tionen, die Wohnungs­lo­sig­keit verursachen

Die geplante Verschär­fung der Sank­tionen beim Bürger­geld birgt Risiken. „Kein Mensch darf durch Sozi­al­kür­zungen obdachlos werden. Miet- und Ener­gie­schulden, die die häufigste Ursache für Wohnungs­lo­sig­keit sind, müssen von den Sozi­al­kür­zungen ausge­schlossen bleiben“, warnt Sabine Bösing, Geschäfts­füh­rerin der BAG W.

Die neue Bundes­re­gie­rung hat es in der Hand: Sie kann jetzt die Weichen stellen, um Wohnungsnot sowie Obdach- und Wohnungs­lo­sig­keit in Deutsch­land syste­ma­tisch zu über­winden und die drohende soziale Krise abzu­wenden. Wir appel­lieren an CDU/CSU und SPD: Geben Sie dem Thema Priorität in den Koalitionsverhandlungen!

Logo BAG Wohnungslosenhilfe

Bei Fragen wenden Sie sich an:
Sabine Bösing
Geschäfts­füh­rerin der BAG Wohnungs­lo­sen­hilfe
Sabi­ne­Boe­sing (at) bagw.de


Auch unsere Redaktion wird den Verlauf der Koali­ti­ons­ver­hand­lungen aufmerksam verfolgen und dazu weiter berichten, wie unsere künftige Bundes­re­gie­rung in Sozialen Fragen aufge­stellt sein wird.