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Präsen­ta­tion zum Thema Mobilität –Wohnungs­lo­sen­treffen Freistatt 2024

Selbstvertretung - Positionspapier

Im Rahmen des Wohnungs­lo­sen­treffens Freistatt 2024 stand am 29.07. das Thema Mobilität auf der Tages­ord­nung. Die Selbst­ver­tre­tung wohnungs­loser Menschen e. V. hat dazu ein Posi­ti­ons­pa­pier Moboi­lität wohnungs­loser Menschen ausge­ar­beitet, das bei diesem Vortrag von Dirk Dymanski und Hari Januschke (beide aktive Mitglieder der Selbst­ver­tre­tung) vorge­stellt wurde.

In ihrer Präsen­ta­tion Mobilität wurden Fragen zum öffent­li­chen Nahver­kehr disku­tiert, die besonders alle Aspekte für arme uns wohnungs­lose Menschen betreffen.

Sollte im Hinblick auf die schwie­rige finan­zi­elle Lage von armen Menschen und solchen in Wohnungs- oder Obdach­lo­sig­keit künftig kostenlos befördert werden?

Dabei wurde darauf hinge­wiesen, dass in Luxemburg kosten­loser Nahver­kehr schon für alle Bürge­rinnen und Bürger einge­führt wurde und das schon seit 2020:

Luxembourg - Mobiliteits-Central
Luxem­bourg
Mobi­li­teits-Central

Die öffent­li­chen Verkehrs­mittel in Luxemburg sind eine schnelle, saubere und kosten­lose Möglich­keit, sich fort­zu­be­wegen. Ja, Sie haben gerade richtig gelesen: Kostenlos.
Seit 2020 sind alle öffent­li­chen Verkehrs­mittel, wie Busse, Züge und die brandneue Stra­ßen­bahn, in ganz Luxemburg kostenlos. Und mit einem Netz, das sich ständig an die Bedürf­nisse der Reisenden anpasst, und der Ergänzung durch die Stra­ßen­bahn wird dieses Verkehrs­mittel bei Einwoh­nern und Besuchern immer beliebter.‘ (siehe luxembourg.public.lu/oepnv)

[Redak­tio­neller Hinweis: Schade, dass unser bundes­deut­scher Verkehrs­mi­nister gerade meint, ganz andere Prio­ri­täten setzen zu müssen, um auch künftig die Sprit­ver­sor­gung für immer mehr Privat­autos besonders von reichen Mitbür­gern sichern zu müssen.]

Nicht wenige Menschen fragen sich:

  • Wäre das auch in unserem Land möglich?
  • Sollten wir auch diesem Modell folgen?

Im weiteren Verlauf der Präsen­ta­tion wurden auch die Zuhörer in dieses Thema mit einge­bunden, mit dem sich dann eine Reihe weiterer Fragen ergaben.

Weiterhin wurde auf die Situation hinge­wiesen, dass Menschen in Deutsch­land immer noch durch „Schwarz­fahren“ – also Fahren ohne Fahr­schein – in Haft geraten können.

Das sollen Anfang 2023 (laut SZ.de) etwa 7.000 Menschen gewesen sein, die nur wegen Schwarz­fah­rens bis zu einem Jahr im Gefängnis landen. Ob das eine gute Lösung sein kann?

Die Kosten in bundes­deut­schen Gefäng­nissen liegen in etwa zwischen 125,- und 220,- Euro pro Haft-Tag, die über­wie­gend von unseren Steu­er­gel­dern bezahlt werden. Bei einem „Straftat-Schaden“ (?) von einigen Malen 5,- bis 10,- Euro.

Logo Freiheitsfonds
Logo Frei­heits­fonds

Die Initia­tive Freiheitsfonds.de hat seit Dezember 2021 etwa 1.000 einsit­zende Schwarz­fah­rende befreit, indem er ihre Geld­strafen (die sie selbst nicht zahlen konnten) beglichen hat. Die Kosten dazu beliefen sich auf etwa 880.000,- Euro – bezahlt aus Spen­den­gel­dern – und der lobens­werte Verein hat den bundes­deut­schen Steu­er­zah­lenden damit etwa 14,2 Millionen Euro an Extra-Ausgaben erspart.

🙄 Unseres Wissens nach kam von Christian Lindner bisher keinerlei Dankes­schreiben bei der Initia­tive Freiheitsfonds.de an. (ein Projekt des Vereins Offene Tore e.V., Berlin)

Weiterhin wurde erörtert, dass nicht jeder die Möglich­keit hat, ein Deutsch­land­ti­cket zu erwerben.

Die Frage, ob allen ein kosten­loser öffent­li­cher Nahver­kehr ermög­licht werden sollte, konnte abschlie­ßend in der Runde nicht geklärt werden.

Aber bei der Frage nach jenen Menschen, die es sich nicht so einfach leisten können, am öffent­li­chen Nahver­kehr teil­zu­nehmen, da waren sich in der Runde alle einig, dass es sinnvoll wäre, ihnen eine kosten­lose Teilnahme am Nahver­kehr anzubieten.

Abschlie­ßend ist zu hoffen, dass die Selbst­ver­tre­tung wohnungs­loser Menschen e. V. beim Thema Mobilität in Zukunft für alle Betrof­fene weitere Erfolge erzielen kann.

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Mobilität – zwischen 49,- Euro-Ticket und Knast