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Feier­liche Neueröff­nung des Tages­treffs Arche Diepholz

Neueröffnung Tagestreffpunkt Arche Diepholz am 21. Nov. 2016

Montag­morgen hatte der Tages­treff­punkt Arche zur feier­li­chen Eröffnung in seinen neuen Räumen am Vossen Reitweg 13 gegenüber der St. Michaelis Kirche nach Diepholz einge­laden.

Gäste der Feier­stunde

Ab sofort ist hier auch die Bera­tungs­stelle für sozial benach­tei­ligte Menschen mit Wohnungs­pro­blemen von Bethel im Norden unter­ge­bracht, die unkom­pli­ziert bei Problemen um drohenden Wohnungs­ver­lust oder bei schon bestehender Wohnungs­lo­sig­keit Hilfen anbietet. Eine Beratung für alle Menschen mit Problemen im Umgang mit Ämtern und Behörden, mit der Möglich­keit zu einem Gespräche bei einem Kaffee, zum Duschen, Wäsche waschen oder Surfen im Internet.

Frank Kruse (Bereichsleiter der Wohnungslosenhilfe Freistatt) und Luise Turowski (Mitglied der Geschäftsführung von Bethel im Norden) am Rednerpult

Frank Kruse, Bereichs­leiter der Wohnungs­lo­sen­hilfe Freistatt, eröffnete die Feier­stunde und begrüßte die zahl­rei­chen Gäste. Er betonte die Bedeutung der Arche für allein­ste­hende und arme Menschen mit der Möglich­keit einfach vorbei­zu­kommen und Beglei­tung zu Ämtern und Behörden anzu­bieten. Auch der direkte Kontakt mit der St. Michaelis Kirchen­ge­meinde helfe gegen Ausgren­zung, zu einem sozialen Mitein­ander.

Luise Turowski, Mitglied der Geschäfts­füh­rung von Bethel im Norden, wünschte dem Arche-Team eine erfolg­reiche Weiter­füh­rung seiner Arbeit. Außerdem habe sie die Hoffnung, dass hier am neuen Standort eine bessere Inte­gra­tion in die Gemeinde gelinge. Die Probleme mit Nachbarn am alten Standort seien ja leider ein eindeu­tiges Zeichen von Ausgren­zungs­ten­denzen von Armen in unserer Gesell­schaft, dem die Kirche mit der Diakonie als handelndem Teil entge­gen­wirken müsse.

Pastorin Julia Dietz (Michaelis-Gemeinde Diepholz) und Dunja McAllister (Schirmherrin von Bethel im Norden) am Rednerpult

Pastorin Julia Dietz hatte die alte Tradition zur Eröffnung Brot und Salz mitzu­bringen etwas abge­wan­delt: Sie brachte Kaffee und Scho­ko­lade vorbei als Zeichen für alle künftigen Gäste. Will­kommen zu sein, besonders „wenn man nicht mehr weiß, wohin“. Sie wies dann noch darauf hin, dass eine Einrich­tung wie die Arche nur eine Notlösung darstelle – es wäre besser, wenn sie gar nicht mehr nötig wäre.

Zuletzt gab sie dann den versam­melten Gästen ihren Segen auf gute Nach­bar­schaft mit auf den Weg.

Gedanken zum Umzug der „Arche“

Dunja McAl­lister, die Schirm­herrin von Bethel im Norden, warf dann die Frage nach Recht im Zusam­men­hang mit dem erzwun­genen Umzug der Arche auf. Auch wenn sie den Umzug mit „Nachgeben ist keine Schwäche“ vertei­digte, stimme er traurig vor dem Hinter­grund, dass viele von der Arche betreute Menschen ähnliche Erfah­rungen machen mussten, nämlich immer wieder heimatlos zu werden. Dem Betreu­ungs-Team wünschte sie eine neue und hoffent­lich deutlich offenere Umgebung und alles Gute für einen Neustart im Sinne von „Steter Tropfen höhlt den Stein“.

Heiner Rietmann (Stellvertreter für den Landrat) und Dr. Thomas Schulze (Bürgermeister von Diepholz) am Rednerpult

Heiner Rietmann begrüßte danach als Stell­ver­treter für den Landrat alle Gäste mit dem Rückblick auf 20 Jahre des Bestehens der Arche in Diepholz, einem Schiff zur Rettung vor der Sintflut. Bei allem Reichtum in Deutsch­land gebe es eben trotzdem noch sehr viele Menschen, die in Armut leben würden. Er dankte dem Arche-Team dafür, gestran­deten Menschen zu helfen und eine Zuflucht zu bieten mit einer Tasse Kaffee, Mahl­zeiten oder einer Gele­gen­heit zum Gespräch. Die Förderung von Eigen­ver­ant­wor­tung und Teilhabe sehe er als wichtigen Teil der Arche-Arbeit und er hoffe auf mehr Akzeptanz in der neuen Nach­bar­schaft der Kirchen­ge­meinde St. Michaelis. Dazu über­reichte er dem Arche-Team ein Blumen­ge­steck in Schiff­form.

Dr. Thomas Schulze erinnerte dann als Bürger­meister von Diepholz an die lebendige Stadt­ge­sell­schaft, die Raum für alle Menschen in Diepholz bieten solle. Er betonte die Bedeutung des Tages­treff­punkts Arche über die Stadt hinaus, der auch als Bera­tungs­stelle für die Einwohner im näheren Landkreis Diepholz dienen solle. Er hoffe, dass das Arche-Team seine bisherige Arbeit an der neuen Adresse – mit etwas expo­nier­terer Lage auch besser wahr­nehmbar – trotz aller Schwie­rig­keiten mit Erfolg fort­setzen könne.

Superintendent Klaus Priesmeier (Kirchenkreis Diepholz) und Helga Holthaus (Leiterin Tagestreffpunkt Arche) am Rednerpult

Danach über­brachte Klaus Pries­meier als Super­in­ten­dent des Kirchen­kreises DiepholzHerzliche Glück­wün­sche an das Arche-Team. In Anlehnung an die Arche fragte er, ob sich die Gäste nach „Tierarten“ aufteilen wollten? – oder ob sie lieber zusammen den Gedanken der Inklusion aufnehmen wollten? (… denn Gottes Arche schließt sie ein)

So würde er die Arche gern als erstes Rettungs­boot sehen, in der Tradition Jesus am Kreuze, der zu uns herun­ter­kommt, so wie wir gefallen und geraten sind. Arche als Wort habe dabei auch eine viel­sei­tige Bedeutung: Ein Kasten (im hebräi­schen), Anfang und Ursprung, aber auch Amt und Herr­schaft (im grie­chi­schen) – ein Hinweis an unsere Politiker, die Inter­essen aller Mitbürger zu vertreten – sowohl der Armen wie der Reichen. Letzteres klappt ja schon ganz gut.

Geschenkübergabe von Inge Rostek, Buffet und fleißige Helfer

Ausblick auf die künftige Arbeit der „Arche“

Frank Kruse bedankte sich dann im Namen aller Mitar­bei­tenden der Wohnungs­lo­sen­hilfe für die Wert­schät­zung ihrer Arbeit. Aus den Reihen der Besucher und Helfer der Arche über­reichte Inge Rostek – eine enga­gierte ehren­amt­liche Helferin der Arche – ein Präsent bestehend aus Engel, Kerze und Glücks­sternen als Zeichen der Hoffnung auf eine bessere nach­bar­schaft­liche Einbin­dung nach der Vertrei­bung vom alten Standort. Dazu passend erinnerte sie an das Erich-Kästner-Sprich­wort: „Es gibt nicht Gutes, außer man tut es.“

Wunschsäule am Eingang zum Tagestreff Arche

Foto: Beate Kenneweg – Tages­treff Arche Diepholz, Bethel im Norden

Zuletzt bedankte sich dann Helga Holthaus, Leiterin des Sozi­al­raum­teams Diepholz, bei allen an Umzug und Reno­vie­rung Betei­ligten, alles sei nur mitein­ander möglich gewesen, durch Mithilfe aller von den Mitar­bei­tenden bis zum Haus­meister. So sei ihr Umzug genau passend zur „Akti­ons­woche Wohnungs­lo­sen­hilfe 2016“ geglückt, die auf die Themen Wohnungsnot und soziale Ausgren­zung aufmerksam machen wolle.

Neben der Beratung Wohnungs­loser und von Wohnungs­lo­sig­keit bedrohter Menschen und der Zusam­men­ar­beit mit Kommunen, Job-Centern und Ämtern sehe sie auch in der Verdeut­li­chung der Lebens­wirk­lich­keit der betreuten Menschen eine wichtige Aufgabe.

Wunschzettel zu Wohnungen am Eingang zum Tagestreff Arche

Foto: Beate Kenneweg – Tages­treff Arche Diepholz, Bethel im Norden

Damit eröffnete Helga Holthaus das Büffet und lud zur Besich­ti­gung aller Räume der Arche ein. Die zahl­rei­chen Gäste hatten dann auch noch Gele­gen­heit alle Mitar­bei­tende und einge­la­dene Gäste zu allen Themen rund um die Bera­tungs­ar­beit der Arche zu befragen, von der auch ausgiebig Gebrauch gemacht wurde. Wir wünschen dem Arche-Team eine gute Einglie­de­rung in das Gemein­de­leben des Diep­holzer Südens und viel Erfolg dabei die Not armer und benach­tei­ligter Mitbürger ein Stück weit erträg­li­cher zu machen.

Und wir möchten alle politisch verant­wort­liche Menschen im Landkreis dazu ermuntern sich noch viele Gedanken darüber zu machen, wie im Sinne von Teilhabe und einem sozialen Mitein­ander in unserer Gesell­schaft noch Möglich­keiten bestehen, mit den unbe­streitbar vorhan­denen Reichtum im Lande allen Menschen eine bessere Teilhabe am gesell­schaft­li­chen Leben zu ermög­li­chen.

Feierstunde zur Neueröffnung Arche Diepholz (21. Nov. 2016)