Am 1. März fand in den EMG Studios in Hürth das mit Spannung erwartete Finale von "Chefsache ESC 2025 – Wer singt für Deutschland?" statt. In einer beeindruckenden Show, die von Barbara Schöneberger moderiert wurde, traten neun talentierte Acts gegeneinander an, um Deutschlands Vertreter für den Eurovision Song Contest 2025 in Basel zu bestimmen. Die Show war die entscheidende von insgesamt vier Veranstaltungen. Zuvor waren aus über 3000 Bewerbungen 24 Teilnehmer in den ersten 2 Wettberwerben angetreten. Nach dem Viertelfinale, in denen hauptsächlich Coversongs präsentiert wurden, starteten 14 Übriggebliebene mit dem Song, den jeder Künstler und jede Band als deutschen ESC-Beitrag eingereicht hatte.
Die Finalisten im Überblick:
- The Great Leslie – Die britisch-norwegisch-deutsche Band präsentierte zunächst eine energiegeladene Version von ABBAs "Waterloo" und stellte anschließend ihren eigenen Song "These Days" vor, der mit eingängigen Melodien und dynamischer Performance überzeugte.
- Benjamin Braatz – Der Newcomer aus Hagen performte "Angels" von Robbie Williams und präsentierte anschließend seinen eigenen Song "Like You Love Me", eine gefühlvolle Ballade, die mit sanften Klavierklängen und emotionalem Gesang beeindruckte.
- Leonora – Mit einer gefühlvollen Interpretation von Dua Lipas "Don't Start Now" zeigte Leonora ihre stimmliche Vielseitigkeit. Ihr eigener Beitrag "This Bliss" war ein moderner Popsong, der das Publikum begeisterte.
- Feuerschwanz – Die Mittelalter-Rockband aus Erlangen überraschte mit einer rockigen Version von Ed Sheerans "I See Fire". Ihr eigener Titel "Knightclub", ein Mix aus mittelalterlichen Klängen und modernem Rock, sorgte für Stimmung im Saal.
- Moss Kena – Der britische Sänger beeindruckte mit einer souligen Darbietung von Dua Lipas "Levitating". Sein eigener Song "Nothing Can Stop Love" kombinierte gefühlvollen Gesang mit modernen Beats.
- Abor & Tynna – Das Geschwister-Duo aus Wien präsentierte eine kraftvolle Version von Nancy Sinatras "Bang Bang" und stellte anschließend ihren eigenen Song "Baller" vor, der elektronische Pop-Elemente mit Hip-Hop mischte.
- Cosby – Die Band brachte mit Whitney Houstons "I Wanna Dance with Somebody" die 80er-Jahre zurück auf die Bühne. Ihr eigener Titel "I'm Still Here" war ein mitreißender Popsong über Selbstbestimmung.
- Lyza – Mit einer intensiven Interpretation von Radioheads "Creep" zeigte Lyza ihre emotionale Tiefe. Ihr Beitrag "Lovers on Mars" war ein atmosphärischer Track, der das Publikum in andere Sphären entführte.
- Julika – Die Sängerin beeindruckte mit einer kraftvollen Darbietung von Loreens "Euphoria". Ihr eigener Song "Empress" war eine Hymne an die Selbstermächtigung und wurde mit einer beeindruckenden Bühnenshow untermalt.
Die Jury und ihre Entscheidungen
Die Jury, bestehend aus dem Chefjuror und Initiator von Chefsache 2025, Stefan Raab, Sängerin und Schauspielerin Yvonne Catterfeld, die ESC-Ikone und Siegerin von 2014 Conchita Wurst und Musiker Nico Santos, hatte die Aufgabe, nach den ersten Performances vier Acts auszuscheiden. Diese Entscheidung fiel auf Feuerschwanz, The Great Leslie, Leonora und Julika. Die verbleibenden fünf Acts – Moss Kena, Abor & Tynna, Cosby, Lyza und Julika – zogen in das Superfinale ein, in dem das Publikum per Televoting den Gewinner bestimmte.
Die Intervallacts
Während der Auszählung der Stimmen wurden die Zuschauer mit beeindruckenden Intervallacts unterhalten. Conchita Wurst performte ihren neuen Song "Rise Like a Phoenix 2.0", der mit Standing Ovations gefeiert wurde. Nico Santos brachte mit einem Medley seiner Hits die Menge zum Mitsingen und Tanzen.
Barbara Schöneberger als Moderatorin
Barbara Schöneberger führte mit gewohntem Charme und Witz durch den Abend. Ihre spontanen Kommentare und ihr Gespür für Timing sorgten für zahlreiche Lacher und eine lockere Atmosphäre. Sie bewies erneut, warum sie zu den beliebtesten Moderatorinnen Deutschlands zählt.
Die Entscheidung und Pressekonferenz
Nach einer spannenden Abstimmung stand fest: Abor & Tynna werden Deutschland mit ihrem Song "Baller" beim Eurovision Song Contest 2025 in Basel vertreten. Bei der Abstimmung heimste die Geschwister 34,91% der Stimmen ein, knapp 4% mehr als Lyza. Der mitfavorisierte Moss Kena erreichte Platz 3In der anschließenden Pressekonferenz zeigten sich die beiden überwältigt von ihrem Sieg. Abor sagte: "Ich freue mich auf das Abenteuer!" Tynna fügte hinzu: "Ich habe das noch nicht ganz verstanden. Ich muss darüber erstmal schlafen."
Einschaltquoten und Resonanz
Das Finale erzielte mit durchschnittlich 3,683 Millionen Zuschauern im Ersten und bei ONE die höchsten Einschaltquoten seit 11 Jahren für einen deutschen ESC-Vorentscheid. Der Marktanteil lag bei 16,7 Prozent, bei den 14- bis 49-Jährigen sogar bei 27,6 Prozent. Mit dieser erfolgreichen Show und einem vielversprechenden Act blickt Deutschland gespannt auf den Eurovision Song Contest 2025 in Basel und hofft auf eine gute Platzierung; lediglich Stefan Raab ist das nicht genug, er will mehr.
Fotos.: NDR / Text.: Hari Januschke

