Wild Rockt Vol.1 - Kayserhaus Wildeshausen - 02.06.2018

Wild Rockt Vol.1 im Kayser­haus Wildes­hausen

Frei nach dem Motto: "Wenn man will, dass es gemacht wird, muss man es selber machen" entschlossen sich Mitglieder der Wildes­hau­sener Band HONEYTRUCK ihre eigene Konzert­reihe "Wild Rock Concerts" ins Leben zu rufen. Am Samstag, den 2.Juni 2018 gab es nun den ersten Konzert­abend im Kayser­haus in Wildes­hausen: Wild Rockt Vol.1. Mit dabei waren Endsta­tion aus Eydelstedt, Abnormal End aus Duisburg/Essen und Jaded aus Nienburg.

Niko Klerings, Angelika Stelter und Immanuel Schulze von Honeytruck eröffnen das Wild Rockt Vol.1 im Kayserhaus Wildeshausen - 02.06.2018
Niko Klerings, Angelika Stelter und Immanuel Schulze (v.l.n.r.) von Honeyt­ruck eröffnen das Wild Rockt Vol.1 im Kayser­haus Wildes­hausen – 02.06.2018

Gegründet wurde die Band ENDSTATION Anfang 2018 in Eydelstedt. Mit ihrem deutschen Punkrock gingen die vier Musiker im Januar 2018 in Schwa­ne­wede erstmals auf die Bühne. Für mich ein Ausflug in die Jugend, amtlicher Oldschool-Punk, der mich direkt in Läden wie das Natur­freun­de­haus in Bremen zurück­ver­setzte, damals in den frühen 80gern, als die Dose Hansa-Pils noch 50 Pfennig kostete und zwar auf dem Konzert! Der größte Unter­schied ist, dass alle Musiker tatsäch­lich ihre Instru­mente spielen können, und das die Sängerin wirklich singen kann. Das war in meiner Jugend noch nicht so üblich. Ansonsten alles wie früher. Ach wie schön! Mehr davon!

Abnormal End – unkon­ven­tio­neller Metal aus Duisburg/Essen, mal brachial, mal melodisch, mit Saxophon und einem amtlichen Walzer im Gepäck. Dazu fünf Musiker, die sichtlich Spaß am Spiel haben. Das Publikum in Wildes­hausen sah und hörte es mit Freude. Der Schub­la­den­denker bekommt hier aller­dings echte Schwie­rig­keiten. Die Band selbst bezeichnet das Ganze als Alter­na­tive Melodic Metal, das kann man sicher­lich machen, aber auf der anderen Seite heisst ihr aktuelles und sehr hörens­wertes Album "Concept of Identity". Da scheinen also noch Fragen offen zu sein. Saxophon ist ja nun nicht unbedingt das Metall­in­stru­ment der Wahl und auch der Drei­vier­tel­takt wird als eher ungewohnt empfunden (war auch nur ein Song). Die Ruhr­pöttler haben diese Probleme aber nicht im Mindesten. Die Schub­laden werden einfach geschred­dert. Dazu kann Lukas wunderbar und ausdau­ernd schlechte kurze Witze erzählen, was ja auch ein schönes Talent ist. Auch hier: Mehr davon!

Jaded aus Nienburg sind für uns inzwi­schen alte und gute Bekannte, und sie werden einfach von Mal zu Mal besser. Rohe Rockmusik mit einem Blues­e­inschlag, der so gar nichts Melan­cho­li­sches aber etwas gesund Wütendes hat. Zu der inzwi­schen gewohnten musi­ka­li­schen Virtuo­sität hat die Gesangs­qua­lität deutlich zuge­nommen und nach wie vor kann dem Trio an Power keiner etwas vormachen.  Das Publikum war dann auch beim Wild Rockt Vol.1 in Wildes­hausen schwer angetan. Wir sowieso. Irgend­wann bald kommt dann auch noch ein Song daher, der wirklich dauerhaft im Ohr bleibt, die drei Musiker haben die Hitqua­lität jetzt schon. Wir sehen uns auf dem "Rock das Ding" in Balge und freuen uns jetzt schon darauf.

Am Line-Up des ersten "Wild Rockt" gab es schon mal nichts zu meckern und wir sind uns sicher, dass sich im weiteren Verlauf der Konzert­reihe auch das Wildes­hau­sener Publikum für die Location und die Veran­stalter erwärmt. Das war der einzige Wermuts­tropfen, in den Saal des Kayser­hauses hätten dann doch noch deutlich mehr Leute gepasst. Aber wir sind überzeugt, dass sich die, die nicht aus dem Quark gekommen sind, heute schon ärgern. Wir und der Rest des Publikums hatten auf jeden Fall eine Menge Spaß. Ätsch!

Text und Bilder: Christof

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