Ziegelei Open Air 2018 - Twistringen - 10.06.2018

Ziegelei Open Air Twistringen – Der Fami­li­en­sonntag

Die gute Nachricht ist, dass es in der Nacht abgekühlt hat und die Tempe­ra­turen am Sonntag halbwegs erträg­lich sind. Die schlechte Nachricht ist, dass wir aus Termin­gründen Blacktron, die erste Band des Tages, schon wieder verpasst haben. Wir bitten hiermit alle Betei­ligten um Entschul­di­gung. Nach dem, was wir hörten war es erneut ein klasse Auftritt der jungen Musiker. Ansonsten ist der Fami­li­en­sonntag in Twistringen geprägt von Kaffee und Kuchen, allerlei Attrak­tionen für Kinder und Eltern und ausge­las­sener Sonn­tag­nach­mit­tags-Stimmung.

Der Kinder­chor der Twistringer Grund­schule am Markt unter Leitung von Susanne Schröder ist schon seit Jahren eine der Attrak­tionen des Ziegelei Open Air. Auch dieses Jahr begeis­terten die Mädchen und Jungen wieder ein großes Publikum, dass nicht ausschließ­lich aus Eltern bestand. Selbst die Kinder auf der extra zum Sonntag aufge­bauten Hüpfburg lauschten stel­len­weise andächtig. Das Reper­toire reicht von typischen Kinder­lie­dern bis zu Liedern die zum fried­li­chen Mitein­ander und zu mehr Toleranz auffor­dern. Sowohl Kinder als auch Erwach­sene hatten erneut viel Freude mit dem Auftritt. Sonder­ap­plaus gab es für die uner­müd­liche Chor­lei­terin Susanne Schröder.

Jon Flemming Olsen ist, für die, die es nicht wissen, der Imbiss­wirt bei Dittsche und vertritt dort den eher normalen Part. Hinter der Theke hat er aller­dings Haare auf dem Kopf. Auf der Bühne des Ziegelei Open Air hat er keine, singt seine selbst­ge­machten Lieder aber ähnlich unauf­ge­regt. Von der Heimat singt er, den Leuten, die darin wohnen, vom Fernweh weil er – und vom Heimweh, weil er nicht da ist. Von der Liebe singt er, von der vergan­genen und der vermissten und der zu der er fährt. So richtig am richtigen Ort ist er selten. Auf diesen Fami­li­en­sonntag passt er genau, weil Kinder und Eltern mitein­ander spielen und er spielt dabei Gitarre und singt und wer zuhören möchte tut es und hat seine Freude damit, und wer nicht, der lässt es eben sein. Und das ist Jon Flemming Olsen auch ganz recht so, scheint es. Und dem Publikum auch. Sehr schöner, ans lako­ni­sche gren­zender Auftritt.

Der letzte Auftritt des insgesamt wieder einmal groß­ar­tigen Ziegelei Open Airs gehört Feridah Rose. Die gebürtige Uganderin betritt die Bühne, lacht einmal ins Publikum und etwaige Wolken verschwinden und der Sommer ist da. Ob man das nun „Afro Soul“ oder „Funky Pop“ nennt, irgendwie ist es Musik, bei der man auto­ma­tisch am Strand sitzt und sich das Bier gefühlt in einen Cocktail mit Früchten und Schirm­chen verwan­delt. Das schafft sie nicht alleine, sondern mit einer konge­nialen Band, aber vor allem schafft sie es mit einer wunderbar warmen Stimme und viel Humor und Liebe zur Musik. Und erstaun­li­cher­weise ohne Gitar­ren­solo. Und das ist dann zur Abwechs­lung auch wieder schön. Wir merken, dass es drei prall gefüllte, aber auch eben lange Tage waren und freuen uns auf Zuhause.

Danken möchten wir allen Mitwir­kenden, den zahl­rei­chen ehren­amt­li­chen Helfern und den Orga­ni­sa­toren des 8. Ziegelei Open Airs. Ohne eure Arbeit wären solche Festivals nicht möglich und die Qualität, die ihr immer wieder auf das Ziegel­ei­ge­lände bringt, ist einfach erstaun­lich. Vielen Dank von uns dafür.

Text und Fotos: Christof